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Kultur wieder für und von den Bürgern!

Steelen auf der Halde Haniel

Dass der Kulturetat in Bottrop einer der kleinsten in NRW ist, hat sich seit Jahren trotz wortreicher Beteuerungen der ehemaligen großen Fraktionen im Kulturausschuss nicht geändert. Leider folgten den Worten dann in den Haushaltsberatungen keine Taten. Dass aus den geringen Möglichkeiten trotzdem ein ansprechendes Kulturprogramm entsteht, ist vor allem der Verdienst der letzten beiden Kulturamtsleiter und ihrer Teams.

Die Beteuerungen des OB, man nähme doch gerade jetzt so viel Geld wie nie in die Hand für die Kultur, bezieht sich leider nur auf die Verpackung, nicht auf den Inhalt: Nach der Umgestaltung des Heimatmuseums wird nun das Quadrat und das Kulturzentrum August Everding erweitert, allerdings nur, da der überwiegende Teil des Geldes nicht von der Stadt kommt. Geld, um die kulturelle Vielfalt der Stadt zu sponsern, zu fördern und zu erhalten, findet man schon seit Jahren nicht mehr im Haushalt, trotz mehrerer Anträge kleinerer Parteien wie der ÖDP. Und noch ein weiterer Punkt eint diese drei Projekte: Der Kulturausschuss hatte damit so gut wie nichts zu tun! Wie schon beim Heimatmuseum wurde der Anbau des Quadrates auf höchster Stadtebene beschlossen und scheibchenweise ‚den zuständigen Ausschüssen‘ zur Kenntnis gegeben. Somit hatte der Bauausschuss mehr darüber zu entscheiden als der Kulturausschus!

Die generelle Missachtung des Kulturausschusses erreichte im Juli seinen Höhepunkt, als ein mehrmals besprochener und eindeutig formulierter Beschluss zur Neugestaltung der Website des Josef-Albers-Museums von der Stadtverwaltung absichtlich ignoriert und nach eigenen Vorstellungen umgesetzt wurde.

Damit muss Schluss sein: Der Kulturausschuss muss weg von seinem Image als ‚Wohlfühlausschuss‘, der von einigen Parteien gerne auch als Einstiegsmandat für Neulinge genutzt wird, unter dem Motto, man könne da ja nichts kaputt machen.

Mehr Aufmerksamkeit

Das kulturelle Leben der Stadt braucht nach Corona nicht nur einen konzeptionellen Neustart, sondern endlich auch mehr Aufmerksamkeit und finanzielle Mittel der Stadt! Es fehlt an jeglicher Infrastruktur, damit sich eine kulturelle Szene in Bottrop angemessen präsentieren kann, sowohl räumlich als auch inhaltlich. Das Stadtfest in seiner jetzigen Form ist dafür ein Anknüpfungspunkt. Lediglich private Initiativen versuchen hier, die Lücken zu füllen. Nach Corona steht aber auch dies auf der Kippe. Die Stadt hat sich zu lange auf andere verlassen, um selber nicht aktiv werden zu müssen. Hier müssen Konzepte erstellt werden, wie die Arbeit solcher Initiativen unterstützt und gesichert werden kann.

Kultur muss wieder Chefsache werden, aber nicht so, wie es der Verwaltungsvorstand bisher verstanden hat: möglichst in kleinem Kreis entscheiden und nur mit allernotwenigster Beteiligung der gewählten Bürgervertreter Tatsachen schaffen. Der Chef, das sind die Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt und ihre gewählten Vertreterinnen und Vertreter.


Wirtschaftsförderung reformieren!

Zu den traurigen Kapiteln der letzten Wahlperiode zählt sicherlich die Arbeit des Amtes für Wirtschaftsförderung. Neben den verlorenen sechs Jahren zur Erstellung eigener Konzepte für die Nachnutzung der Bergbauflächen sind nicht nur einige alteingesessene Firmen abgewandert, es zeigt sich auch eine erschreckende Inflexibilität und fehlendes Verständnis von Wirtschaftsabläufen bei der Handhabung von Neuanfragen.

Kreativität ist gefragt

Hier muss dringend Kreativität aufgebaut bzw. eingestellt werden: Statt eigene Ideen zu entwickeln, springt man bisher auf jeden (geförderten) Zug auf, der dann z.B. in kopflastige Konzepte wie ‚Fun City‘ mündet. Wer sich mit Bottroper Unternehmern unterhält, bekommt vom Amt für Wirtschaftsförderung ein nicht allzu rosiges Bild vermittelt, welches mit den Erfolgsmeldungen des Amtes selbst wenig gemein hat. Hier ist ein mehr als dringender, auch personeller Handlungsbedarf gegeben.

Schuldzuweisungen an die Politik, es gäbe ja keine freien Gewerbeflächen, ersetzten und ersetzen eigene Bemühungen, vorhandene, aber nicht einfach zu vermarktende Flächen anzubieten.

Ein geradezu sklavisches Festhalten am Einzelhandelskonzept, welches in den letzten Jahren keinerlei ersichtlichen Nutzen gebracht hat, zeigt dieses besonders: Selbst bei Interesse an einer lange brachliegenden Fläche wird keinen Millimeter von der selbst eingekauften „Bibel“ abgewichen mit dem Ergebnis, dass es eben nicht zur Vermarktung der Fläche kommt; das grenzt schon an Beratungsresistenz.

Zählt man dann noch die Hilflosigkeit bei den Themen ‚Gesundheitspark Am Lamperfeld‘, ‚Gelände Prosper 3‘, ‚Hansa-Center‘, dem Karstadt-Komplex, der Vermarktung der Gewerbegebiete in Kirchhellen, bei der unendlichen Geschichte um den ,Regionalflughafen‘ Schwarze Heide samt Gewerbegebiet, der Posse um das Kraneburger Feld und bei diversen kleineren Projekte hinzu, zeigt sich, dass Bottrop hier bei Weitem nicht gut aufgestellt ist.


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