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Nachnutzung der Bergbauflächen wird unendliche Geschichte

Zeche Prosper Haniel

In schöner Regelmäßigkeit stimmt die Bottroper Stadtverwaltung und ihr Chef OB Tischler ein vertrautes Klagelied an: In Bottrop fehlen Gewerbeflächen, neue Betriebe können kaum angesiedelt werden, expandierende Betriebe wandern ab. Nach dem Ende des Steinkohlebergbaus in Bottrop stehen aber eigentlich große Flächen zur Verfügung, die auch überwiegend wieder gewerblich genutzt werden sollten: Das Gelände des Bergwerkes Prosper-Haniel im Fuhlenbrock, Prosper IV in Grafenwald, die riesigen Flotationsbecken an der B 224, Prosper II in Batenbrock und große Flächen am Rhein-Herne-Kanal, hier vor allem die Fläche Sturmshof. Nun stehen diese Flächen noch unter Bergrecht, Altlastenprobleme sind zu lösen, Schächte müssen verfüllt und riesige Gebäude abgerissen werden.

Deshalb drängt die ÖDP schon seit 2001 darauf, sich mit dem Ende des Bergbaus zu befassen und die Flächen zu überplanen. Als das Aus für Prosper-Haniel klar war, behauptete die Verwaltung, Pläne für die Nachnutzung der Flächen lägen bereits in der Schublade. Ende 2014 sollte eine Projektgruppe mit Vertretern aus Politik, Stadtverwaltung und RAG Montan Immobilien ihre Arbeit aufnehmen. Die Arbeit in der Gruppe wurde vor allem durch die Vertreter des Bergbaus behindert, die außerdem gern darauf verweisen, dass sie alleinige Eigentümer der Flächen sind. Dabei können Gewerbeflächen dieser Größenordnung nur im guten Zusammenspiel aller Beteiligten entwickelt werden. Gerne vergisst der Bergbau auch, dass er nur auf Grund massiver staatlicher Subventionen überleben konnte, und erwartet bei den Themen Erschließung und Altlasten natürlich wieder finanzielle Hilfen der öffentlichen Hand. Fakt ist, der Bottroper OB ließ die Projektgruppe einschlafen.

Wieder ist wertvolle Zeit verstrichen. Noch immer liegt die Arbeitslosenzahl in Bottrop über
der im Ruhrgebiet und der Strukturwandel ist nicht geschafft. „Oberbürgermeister Tischler und die Wirtschaftsförderung sind auf Grund vielfältiger alter Beziehungen nicht bereit, der RAG Montan Immobilien ausreichend auf die Füße zu treten,“ fällt der Oberbürgermeisterkandidatin der ÖDP, Marianne Dominas, immer wieder auf. Außerdem wird das Thema Nachnutzung der Bergbauflächen von der städtischen Planung und der Wirtschaftsförderung stiefmütterlich behandelt, wenn man die Bedeutung betrachtet. Nur bei den Flächen im Gebiet der Freiheit Emscher gibt es etwas konkretere Überlegungen. Für das Gebiet des Bergwerkes Prosper-Haniel und für Prosper IV gibt es nur schöne Absichtserklärungen. ÖDP-Ratsmitglied Johannes Bombeck befürchtet nun: „Zwischen Stilllegung und echter Nachnutzung könnten, wie an vielen anderen Stellen im Ruhrgebiet, zwei Jahrzehnte liegen. Das ist völlig inakzeptabel.“

Eine wesentliche Folge des geistigen Bummelstreikes von Bergbau und Stadt ist die Inanspruchnahme von jungfräulichem Boden, also der sogenannten Grünen Wiese. Der Flächenfraß in Bottrop schreitet ungebremst voran, der auch von SPD und CDU ausgerufene Klimanotstand für Bottrop bleibt völlig folgenlos. Bebaut werden das Kraneburger Feld und der Bereich Pinntal. „Aber neue Industrie und Gewerbe gehören heutzutage auf die reichlich vorhandenen Brachflächen. Ein Oberbürgermeister hat nicht nur das Thema Innovation City und zahlreiche Fototermine“, betont Marianne Dominas. Besonders seiner Wirtschaftsförderung soll der OB nach Auffassung der ÖDP Beine machen. Statt vieler schöner Konzepte und Broschüren, benötigt die Stadt eine zügige Entwicklung der Industriebrachen und Wirtschaftsförderer, die angestammte und ansiedlungswillige Unternehmen wirklich unterstützen, ja als Lotsen fungieren.


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