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ÖDP unterstützt Bürgerinitiative "Natürlich Grafenwald" im Kampf gegen den Flächenfraß

In Grafenwald hat sich eine Bürgerinitiative gegen das geplante Baugebiet an der Straße Heimersfeld gegründet. Die ÖDP unterstützt diese Initiative und ruft zur Unterzeichnung einer Online-Petition auf.

Grafenwald - Heimersfeld

Foto: Matthias Wenning

In Grafenwald hat sich die Bürgerinitiative "Natürlich Grafenwald" gegen das geplante Baugebiet an der Straße Heimersfeld gegründet. Die ÖDP unterstützt diese Initiative und ruft zur Unterzeichnung einer Online-Petition auf.

An dieser Stelle geben wir gerne den ausführlichen Text der BI zu ihrem Anliegen wieder:

Grafenwald wird zubetoniert!  Stoppt das kommende Verkehrschaos!

Corona beschäftigt uns jeden Tag von morgens bis abends. Durch diese Dominanz gehen andere wichtige Themen leider unter, solche, die die Zukunft unseres schönen Grafenwald betreffen.

Was kritisieren wir?

Vielen Bürgerinnen und Bürgern in Grafenwald ist wahrscheinlich nicht bewusst, dass sich unser schönes Grafenwald in den nächsten Jahren erheblich verändern soll. Die Kirchhellener und Bottroper Politik hat dem Plan der Stadtverwaltung zugestimmt, ja begrüßt, dass der Bau von ca. 200 bis 300 Wohneinheiten in Grafenwald ermöglicht wird. Die WAZ schreibt im letzten Jahr: „Grafenwald wird neu gegliedert!“ Das klingt erst einmal unverdächtig. Dahinter verbirgt sich aber eine Umwandlung von Freiflächen in Siedlungs- und Verkehrsflächen. Mit Freiflächen meint man Wiesen, Äcker und Felder. Man muss sich das in etwa so vorstellen: Nach erfolgter Gesamtplanung wird es Jahre geben mit andauernden Baumaßnahmen im Kernbereich von Grafenwald. Stück für Stück werden die Wohneinheiten mitten in die Landschaftsschutzgebiete, mitten in die bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen und Feldern gebaut. Landschaft und Grünland stehen dabei im Wege.

Was werden die Auswirkungen sein?

Rechnen wir die für 200 bis 300 Wohneinheiten entstehende Verkehrsbelastung einmal durch. Man kann davon ausgehen, dass die meisten Erwachsenen ihren Arbeitsplatz außerhalb von Grafenwald haben werden. Der Öffentliche Nahverkehr wird die Beförderungsprobleme zu den Arbeitsplätzen nicht lösen. Also werden viele mit dem Auto unterwegs sein. Bei einer groben Rechnung kann man von ca. 500 – 900 Fahrzeugen ausgehen, die sich jeden Morgen und jeden Abend durch Grafenwald wälzen. Was für eine Klima- und Umweltbelastung.

Die Politik weiß natürlich, dass es große Probleme durch den zufließenden und abfließenden Verkehr geben wird. Deshalb soll der zusätzliche Verkehr nicht über die Schneiderstraße geführt werden. Noch mehr Verkehr wird man den Anwohnern der Schneiderstraße nicht zumuten können. Es werden also andere Straßen für den größeren Verkehrsfluss ausgebaut werden müssen. Diese würden die Landschaft noch mehr zerteilen und versiegeln. Oder beabsichtigt man vielleicht, bestehende Spielstraßen und 30km/h Zonen zu Durchgangsstraßen zu machen? All dies stünde im eklatanten Widerspruch zu den Entwicklungszielen des Oberbürgermeisters und würde das schöne Bild "unseres" Grafenwalds nachhaltig und negativ verändern. Gerade die Attraktivität Grafenwalds für junge Familien würde systematisch zerstört von der Umweltbelastung ganz zu schweigen. Die Politikerinnen und Politiker der Bezirksvertretung und des Stadtrates haben sich von der Stadtverwaltung beraten lassen.

Das Zauberwort der Stadtverwaltung heißt: Ortsverdichtung! Als Grund gewaltige neue Wohngebiete zu bauen, wird der Bevölkerungsrückgang genannt. Der Grafenwälder Volker Fockenberg von der ÖDP ist der einzige, der hier widerspricht. Für ihn ist die Ausweisung solch größer Neubaugebiete nicht notwendig und ökologisch der völlig falsche Weg. Die zuständigen Politikerinnen und Politiker behaupten, die Grundschule Grafenwald und die Kitas wären durch den Rückgang der Bevölkerung gefährdet. Die Argumentation ist an den Haaren herbeigezogen! Die Prüfung vorhandener Zahlen ergibt, dass Schule und Stadtteil-Kitas langfristig gesichert sind. Umgekehrt ist richtig: Die Kitas haben jetzt schon zu wenige Plätze, um alle Kinder unterzubringen. Für 2021 verschärft sich der Fehlbedarf auf 43 Plätze.

Auch der Bevölkerungsrückgang ist gestoppt. Die Baumaßnahmen an der Schneiderstraße, wie auch in vielen anderen Teilen von Grafenwald, haben für ständigen Neuzugang junger Familien gesorgt. Hinzu kommt ein augenblicklich fulminanter Generationswechsel, der automatisch zu einer Verjüngung des Ortsteils führt.

Uns ärgert besonders die sachlich völlig falsche Begründung von Politik und Stadtverwaltung, Grafenwald „verdichten“ zu müssen. Seit vielen Jahren wird dieses Zubauen von dörflichen Flächen von namhaften Fachwissenschaftlern abgelehnt (NABU Bottrop, Herr Voßschmidt). Anders herum wird ein Schuh daraus. Die freien Flächen müssen geschützt werden, um ein freundliches Klima zu erhalten. Sind wir nicht jetzt schon durch die gewaltigen Umschwünge in der Natur gefährdet? Haben nicht die jungen Leute der Bewegung „Fridays for Future“ monatelang demonstriert, damit die alten Zöpfe abgeschnitten werden und der Wissenschaft mehr Gehör geschenkt wird? Wie kann es sein, dass es genügend Wissen gibt, die einer solchen Verdichtungsmaßnahme widersprechen und trotzdem sich unsere Politiker unterstützt durch die Stadtverwaltung darüber hinwegsetzen? Wie verlogen ist es dann, wenn in der Zeitungsbeilage der SPD zur Gemeindewahl „Wir in Bottrop“ (Ausgabe 45 vom 15. August 2020) geschrieben wird: „Zukünftig gilt es, den Grünflächenanteil zu erhöhen.“ Es ist blanker Hohn in der fetten Überschrift des bildzeitungsartigen aufgemachten Wähler-Infos: „Wie wollen wir in Zukunft in Bottrop wohnen?“ mit dem Hinweis „SPD will mit Mut in eine nachhaltige Zukunft“. Bravo! Grafenwald wird zubetoniert, die SPD turtelt mit dem Klima und der Forderung nach mehr Grünflächen, macht aber unter der Hand mit CDU und Grünen (das lässt alle staunen!!) gemeinsame Sache, den Grünflächenfraß in Grafenwald schönzureden. Apropos die Grünen! Wieso haben sie ohne große Diskussion zugestimmt? Was ist los mit den Grünen? Der grüne Hype fußt doch auf Klima und Umwelt. Und nun diese Kehrtwende. Ist das nicht eine Doppelmoral??

In der entscheidenden Sitzung der Bezirksvertretung Kirchhellen behauptete Bezirksbürgermeister Schnieder (CDU), man hätte einige Leute gefragt und die hätten alle zugestimmt. Tatsache ist aber, dass die wirklich Betroffenen, die Menschen, die in Grafenwald wohnen, nicht gefragt worden sind. Die Angelegenheit ist mehr oder minder klammheimlich durch die Parteispitzen von CDU, SPD und Grünen und der tatkräftigen Mithilfe von Oberbürgermeister Tischler „durchgewunken“ worden. Unser Oberbürgermeister steht mit diesem Handeln im krassen Widerspruch zu allen Entwicklungszielen seines Landschaftsplans von 2015.  Im Regionalplan sind die Bebauungsflächen als "Grünzug"  markiert. Es kann ja nicht angehen, dass man das dann alles zubetoniert und versiegelt!

Lesen Sie im Erläuterungstext zum Landschaftsplan nach!  
https://www.bottrop.de/wohnen-umwelt-verkehr/umwelt/Landschaftsplan_Bottrop.php

Warum werden nicht wie von Bundesumweltministerium vorgeschlagen und gefördert ökologisch sinnvolle „Brachflächen“ besiedelt? Der Bergbau verschwindet aus Bottrop. Es gibt genügend Flächen für neue Siedlungen. Dort könnte man eine Bebauung schaffen, die genügend freie und grüne Flächen den Menschen zur Verfügung stellt, damit Mensch und Natur im Einklang leben können.

FAZIT:

Wir, die Bürgerinnen und Bürger von Grafenwald, haben das Nachsehen. Aber wir wollen kämpfen. Wir haben eine Bürgerinitiative gegründet mit dem Ziel, das Zubetonieren von Grafenwald zu verhindern. Wir wollen nicht, dass unserer Dorf zu einem verkehrs-chaotischen „Hotspot“ wird. Denn die Verkehrsdichte reicht jetzt schon! Wir rufen die Politik und insbesondere Oberbürgermeister Bernd Tischler auf, die Umwidmung von Landschaftsschutzgebieten, Wiesen, Äckern und Feldern zu Wohnbau- und Verkehrsflächen in Grafenwald zurückzunehmen.

Was können wir  Bürgerinnen und Bürger tun?

Wählen Sie keine Partei in der am 13. September stattfindenden Gemeindewahl, die von gesundem Klima und Nachhaltigkeit redet, aber in Wirklichkeit Klima und unsere Umwelt weiter nachhaltig belasten wird.

Bitte unterstützen Sie uns mit Ihrer Unterschrift. Die ONLINE  Plattform „openPetition.de“ gibt uns die Möglichkeit, Ihre und unsere Stimmen zu bündeln und unsere Forderung an den verantwortlichen Oberbürgermeister Bernd Tischler zu richten.  Sie können hierzu den Link verwenden:

https://www.openpetition.de/petition/online/grafenwald-wird-zubetoniert-stoppt-das-kommende-verkehrschaos

Auch können Sie unter dem Link einen Unterschriftsbogen herunterladen, den Sie händisch ausfüllen können.

Sie können uns auch ein eMail schreiben, wenn Sie unseren Protest unterstützen wollen. Bitte geben Sie eine Telefonnummer an, wenn Sie mit uns sprechen wollen. Wir rufen zurück.

eMail: buerger46244(at)gmail.com

Sie können die Petition auch anonym abzeichnen, d.h. Ihr Name wird öffentlich nicht sichtbar sein und wird nur Oberbürgermeister Tischler übermittelt.

Bitte beachten Sie hierzu unbedingt die Frist 24.10. 2020  für Ihre Stimme!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Nur gemeinsam haben wir die Chance noch zu verhindern, dass Grafenwald zugebaut wird!

Bürgerinitiative „Natürlich Grafenwald“: Jürgen B. Becker, Dorothee Ch. Storm, Wolfgang Klinger und Lisa Paul"

Soweit der ausführliche Text der BI zu ihrer Petition. Bitte unterstützen Sie diese Petition und die Bürgerinitiative gegen den Flächenfraß in Grafenwald.

Kurzversion/Flugblatt der BI "Natürlich Grafenwald"